RIVERDOGS - California


Autor:  Kerbinator

Bewertung:  8 / 10


Tracklist:

  • American Dream
  • The Revolution Starts Tonight
  • Something Inside
  • Golden Glow
  • You're Too Rock'n Roll
  • The Heart Is A Mindless Bird
  • Searching For A Signal
  • Welcome To The New Disaster
  • Ten Thousand Reasons
  • Catalina
  • I Don't Know Anything


VÖ: 07.07.2017

Label: Frontiers Records

Also, zumindest bei mir ist es so, daß man die Band Riverdogs immer irgendwo schon mal gehört hat, aber eigentlich gar nicht weiß, was das für eine Band ist, da man so noch nichts von denen musikalisch kennt. Liegt aber vielleicht auch daran, daß die Riverdogs sich so um die Anfang 90er gegründet, aber seitdem gerade mal drei Alben zustande gebracht haben. Line Up Schwierigkeiten, Label Probleme...die üblichen Geschichten halt, die der Band die Stabilität gekostet hat.

Dabei sind die Riverdogs eine Zusammenstellung begnadeter Musiker. Allen voran der Spitzensänger Rob Lamothe, der damals bei Badlands einsteigen sollte, sich aber für die Riverdogs entschieden hat und aufgrund deren Instabilität immer wieder als Solokünstler unterwegs war. Zum anderen Gitarrenheld Vivian Campbell, den man nicht zuletzt wegen seiner Tätigkeiten für DIO, Whitesnake, Sweet Savage und zuletzt Def Leppard kennt. Komplettiert werden diese beiden außergöhnlichen Musiker von Basser Nick Brophy (ehemals Gitarrist bei den Riverdogs) und Drummer Marc Danzeisen (Gilby Clarke, Little Caesar).  

Sechs Jahre nach dem Comeback-Album „World Gone Mad“ versuchen es die Hard Rocker nun erneut mit einem  Album, betitelt „California“. Und die Riverdogs spielen auch diese typische amerikanische (Hard)Rock-Musik, die aber zudem oft an Bands wie Whitesnake, Bad Company oder Bands und Musiker aus dem reinen Rockbereich a'la Crowded House oder Bryan Adams erinnert.

Und der amerkanische Traum startet durchaus fröhlich mit „American Dream“ ins Album. Hey-Hey-Hey-Hey Rufe und positive Vibes strahlen förmlich Sommer und Sonne aus. Ein Song, dem man dann noch ein cooles Rotz'n Roll Solo mit viel Wah-Wah-Effekt spendiert. Stimmungsvoller Beginn. Bei „The Revolution Starts Tonight“ zeigt sich dann der eigentliche Stil, mit dem die Riverdogs hausieren gehen. Staubiger Desert Beginn mit langsamerer Gangart erinnert der Song an Bon Jovi, als dieser noch für die Szene relevant war. In der Folge wechseln sich balladeskere Themen, die viel Radiotauglichkeit beinhalten („Golden Glow“, „The Heart Is A Mindless Bird“) mit bluesigen Songs wie der lässigen Slow-Nummer „Something Inside“ oder der souligen Variante mit tiefer gestimmten Gitarren, „Welcome To The New Disaster“, ab.  

Dazwischen gibt man sich mal lässig groovend („You're Too Rock'n Roll“) mal als härtere Rocker flott („Searching For A Signal“). Alle elf Songs weisen die Klasse der einzelnen Musiker auf. Rob Lamothe's toller Gesang und Campbell's geniales Gitarrenspiel, welches durchaus auch mal mit Metal-Eruptionen glänzt, heben viele Songs über den Durchschnitt und machen aus einfachem Songwriting richtig gute Stücke. Hier klingt nichts verkopft oder übermotiviert, es wirkt komplett in sich stimmig, auch wenn die Band inklusive Rob Lamothe bei dem Singer-Songwriterstück „Catalina“ eher durchwachsen auftritt.  

Dafür gibt’s mit „I Don't Know Anything“ nach langsamem Aufbau mit ruhigen Vocals eine spannende Nummer zum Abschluß, die mit melodisch-elegischer Gitarre fasziniert und im Refrain intensiver, härter wird. Gelungener Ausklang.

Die Riverdogs schmeißen sich mit „California“ zurück in die Szene und könnten durchaus diesmal so etwas wie einen kleinen Durchbruch erzielen, denn die Songs besitzen oft Hitpotential und taugen dafür, auch im (Rock)Radio gespielt zu werden. Mit solch einem großartigen Sänger und den hochklassigen Musikern, die man uns vorsetzt, sollte dieses Ziel zu erreichen sein.