POVERTY'S NO CRIME - Spiral Of Fear

Neun lange Jahre ist es her, daß die norddeutsche Progmetal Formation Poverty's No Crime ihr letztes Album „Save My Soul“ herausgebracht hat. Neun Jahre in denen die Band nie aufhörte zu existieren und weiterhin Musik geschrieben hat. Auch wenn eine Albumveröffentlichung nach so langer Zeit einer Re-Union gleich kommt, was es aber nicht ist, da die Band sich ja nie offiziell aufgelöst hatte.

Wie auch immer, das Warten hat also nun ein Ende und mit dem 8-Track starken „Spiral Of Fear“ will man an vergangene Zeiten anknüpfen, als man in den einschlägigen Magazinen für die veröffentlichten Alben durch die Bank hohe Bewertungen einfuhr. Und es würde schon sehr überraschen, wenn sich daran mit dem neuen Album etwas ändern würde. Zu stark sind die neuen Songs. Und die Schnittmenge zwischen melodischen Aspekten und anspruchsvollen, komplexeren Parts besitzt nach wie vor eine hohe, homogene Ausgewogenheit, so daß die Songs zum einen leicht ins Ohr gehen, aber es trotzdem mit jedem Durchlauf immer wieder Neues zu entdecken gibt.

Hierbei finden sich natürlich immer wieder Parts in den Songs, die an die allseits genannten Protagonisten im Progmetal Bereich, Dream Theater und Fates Warning, erinnern, aber auch Parallelen zu deutschen Bands wie Lanfear, Vanden Plas und manchmal sogar Mob Rules sind auszumachen. Ein Album also, daß durch hohe Melodiösität besticht und mit wundervollen Gitarrenparts und dem teils einfühlsamen, teils sogar poppigen Gesang von Volker Walsemann herausragende Merkmale besitzt.

Meist werden die Songs atmosphärisch und spannend aufgebaut, indem man beispielsweise den Gesang recht tief beginnt und dann immer höher schraubt. Oder indem man elegische Gitarrenparts in teils frickelige Abfahrten mutieren lässt. Typisch Prog eben.

Der Opener „The Longest Day“ ist so ein Beispiel dafür und punktet gleich mit einem hochmelodischen, supereingängigen Refrain. „Spiral of Fear“ könnte man fast als reinrassigen Progrock bezeichnen, da man hier härtere Elemente weglässt. Die Keyboards beleben den Sound meist unterstützend, werden aber auch, wie es sich gehört, bombastisch und soundwanderzeugend eingesetzt. Dies schafft Atmosphäre, Atmosphäre und nochmals Atmosphäre.

Egal ob orientalische Elemente wie bei „Fatamorgana“, rein Instrumentales wie bei der rasant rockigen und etwas spacigen Nummer „The Fifth Element“ oder Melancholisches wie bei der Ballade „Ballad of 91“...die Songs besitzen allesamt dieses gewisse Flair, welches melodische Progmetal-Songs benötigen. Durchdachtes Songwriting, nicht allzu komplexe oder verkopfte Intrumentalparts und tolle Melodien und Harmonien, so werden Songs zu Hörvergnügen.

Durch die Bank besitzen die Songs Längen von 6 – 8 Minuten, typisch für Bands, die mit ihrer Musik etwas ausdrücken wollen, der Abschlußsong „Wounded“ bringt es gar auf knapp 10 Minuten. Prog-Herz was willst du mehr. Eben dieses „Wounded“ fasst wunderbar die Facetten von Poverty's No Crime zusammen und kann für Leute, die zum ersten mal in die Welt dieser Band eintauchen wollen als erster Anspieltip genannt werden.  

Das Gesamtbild von „Spiral of Fear“ ist also äußerst stimmig geraten, inklusive souveränem Artwork und toller Produktion. Poverty's No Crime klingen, als wären sie noch nie weg gewesen....aber Halt !  Waren sie ja eigentlich auch nicht....


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