PIKES EDGE - All Of Our Beauty

VÖ:  25.11.2016

Label:  Hamner Music

Tracklist:

  • Denial Of Service
  • Blind Side Of You
  • Save Me
  • Faded Shadow
  • Tides Of Time
  • Just Go To Hell
  • Hypocrite
  • House Of Bones
  • Oldboy

Interessant, was uns die Münchner Pikes Edge mit ihrem zweiten Album „All Of Our Beauty“ vorsetzen. Zwar kenne ich den Vorgänger nicht, aber da sich die Band nun im Line Up runderneuert präsentiert, gehe ich davon aus, daß der neue Dreher einen großen Schritt nach vorne bedeutet. Pikes Edge sind hauptsächlich das Baby von Sänger und Namensgeber Pike. Existent ist die Band seit 2010 und scheint sich musikalisch lt. Infoblatt nicht zuletzt durch neue Bandmitglieder nach einer Europatour mit U.D.O komplett neu auszurichten. Gespielt wird ein Bastard aus Metalcore, reinem Heavy Metal und einem hohen Schuß an Melodien. Der Waschzettel spricht auch von Spuren des Death Metal im Sound der Band. Diese finde ich allerdings nicht. Die Songs sind leicht düster gehalten, was nicht zuletzt auch das futuristische, dunkle Artwork suggeriert.

Der Opener „Denial of Service“ beinhaltet bereits alles, wofür Pikes Edge 2016 stehen. Gute Riffs, ein Mix aus Brüllvocals und rauhem Cleangesang, tollen Refrains teils aggressiv, teils melodisch, sowie einem klasse Gitarrensolo. Der angerauhte Cleangesang von Pike kann hierbei richtig überzeugen und kommt richtig cool, der Brüllgesang klingt dagegen wie einer unter vielen. Die Schwachstelle der meisten Metalcore-Bands. Glücklicherweise hält sich die Band mit diesen Metalcore-Elementen meist zurück und es überwiegen die qualitativ hochwertigen Power-Riffs, die sehr oft hochmelodische Adern durchblutet.  

Typisches Beispiel ist der Refrain von „Save Me“, der auch gehoberen Powermetalbands gut zu Gesicht stehen würde, umrahmt von Core-Riffs und Bridges. Das mag für manche ungewöhnlich klingen, funktioniert aber prächtig. Einen echten Höhepunkt haben Pikes Edge mit „Faded Shadow“ im Gepäck. Crazy Gitarren zu Beginn, dudelig und schnell, welchem ein Break folgt mit ruhigem Gesang und Gitarren, abgerundet von einem melodischen Solo. Klasse Nummer. Ähnliches bei „Tides Of Time“. Relativ schneller Song, im Gesang etwas punkiger angehaucht aber mit hochmelodischem (Powermetal-)Refrain. Zum guten Pikes Edge Ton gehört dazu ein gutes Solo und ein reichlich sphärischer Zwischenpart.

Der Rest pendelt sich zwischen den Stil-Stühlen ein. Den modernsten Song findet man in „Hypocrite“, allerdings auch ein sehr mächtiges Riff. „House Of Bones“ bietet wenig Abwechslung und ist quasi der Langweiler des Albums. Dafür holt man mit dem Abschlußsong nochmals kräftig aus. „Oldboy“ bietet nach melodischem Einstieg viel Midtempo und man erinnert mit etwas entspannterem Gesang tatsächlich etwas an ältere Nevermore.

Wie gesagt, „All Of Our Beauty“ ist ein sehr interessantes Album, das stilmäßig etwas zwischen den Stühlen sitzt. Mir persönlich behagen Metalcore-Elemente ja nicht so und ich finde auch bei Pikes Edge liefern diese die Schwachstellen eines ansonsten famosen Liedgutes. Pike und Co liefern ihre Bestleistungen in den melodischen und reinen Heavy Parts und machen dies so gut, daß man rufen möchte, „lasst die Core-Gelegenheiten doch einfach aus“. Aber, Stil ist Stil und Pikes Edge überwiegen mit ihren positiven Elementen. Produziert hat übrigens U.D.O. - Bassist Fitty Wienhold. Der Sound passt und darf gerne als weiteren Pluspunkt gezählt werden. Interessantes Album....hatte ich das schon gesagt ? 


Autor:  Kerbinator

Bewertung:  8 / 10

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