LACRIMAS PROFUNDERE - Hope Is Here

Es gibt wieder Hoffnung....Hoffnung im Düster-Rock-/Gothic-Genre. Auslöser dafür das neue Album der deutschen Veteranen Lacrimas Profundere „Hope Is Here“. Seit 1995 veröffentlicht die Band bereits Alben und hat bereits einige Szenehighlights setzen können, auch mit dem letzten Album „Antiadore“, bei welchem sich sogar Ricky Warwick (Thin Lizzy, Black Star Riders) als Gastkomponist betätigte.

Das neue Album wird von der Band als nächsten Schritt auf der Leiter bezeichnet. Denn mit „Hope Is Here“ hat man zum ersten Mal ein Konzeptalbum erschaffen. Im Groben handelt es sich hierbei um den Jungen namens Aramis, der durch die Wälder zieht, weil er anders wie andere ist und daher ausgestoßen wurde. Ein Thema, wie gemacht für die düstere Ausrichtung von Lacrimas Profundere.

Die Band überzeugt hauptsächlich durch den künstlerischen Gehalt, den die Kompositionen bieten. Tanzflächensounds vieler Gothic-Kapellen sucht man hier vergeblich. Aus diesem Grund heben sich Lacrimas Profundere gegenüber anderer Bands ähnlicher Ausrichtung wohltuend ab. Sänger Rob Vitacca besitzt zwar diese typische Dark Rock Stimme, die man meint, schon oft gehört zu haben. Er legt aber in variabler Weise Wert auf Stimmungen und nicht auf weinerlichen Jammer-Vokalismus.  

Ein ganz großes Plus von Lacrimas Profundere sind die tollen Melodiebögen, welche die Band in Gänsehaut-Regionen vorstoßen lassen. Das fängt bereits mit dem Opener „The Worship of Counting Down“ an. Ebenso zu vernehmen in „My Halo Ground“. Beim Titelstück „Hope Is Here“ wechseln sich dunkle, unheilvolle Phasen mit härteren Gitarren ab, was im einprägenden Refrain gipfelt. Ein erster Hit quasi, was sich auch darin manifestiert, da die Band den Song als Videoauskopplung gewählt hat.  

Die Songs sind allesamt dermaßen intensiv, daß man regelrecht der Spannung folgen kann, die sich während der Darbietung aufbaut. „A Million Miles“ beinhaltet beispielsweise harte Gitarrenrhythmen, die auch mal kurz eine orientalische Färbung erhalten. Danach folgt ein weiterer Hit mit „No Man's Land“ mit einem Killer-Refrain, der recht flott und mit Keyboardunterstützung auch die Tanzflächen der geeigneten Clubs zum Brennen bringen kann. Famos das kurze Hammond-Intermezzo zwischendurch. Tolle Nummer.  

Vom Sound her etwas abweichend ist „Pageant“ geraten. Der Song wirkt eher wie eine dunklere Laid Back Nummer mit leichten Desert-Vibes. Irgendwie cool und jederzeit eingängig. Am meisten berührt der Song „You, my North“, also zumindest mich. Der Song startet traurig, elegisch balladesk und mit einfühlsamem Gesang, dem man ein gänsehauterzeugendes Echo im Nachklang spendiert hat. Ein Song zwischen Traum und Phantasie. Das bleibt auch so, wenn die E-Gitarren die Melodieführung übernehmen. Ganz großes Gefühlskino und sicherlich mit der Höhepunkt des Albums.  

Mit „Awake“, „Timbre“ und dem abschließenenden „Black Moon“, folgen dann noch drei weitere Nummern, die das Konzept weitertreiben und beenden. Gerade das schwermütige, akkustikgitarren-durchsetzte „Black Moon“ bildet hier nochmals einen weiteren Höhepunkt. Die fast classic-rock orientierte Aurichtung dieser Ballade setzt noch einen Farbtupfer obendrauf.  

Lacrimas Profundere beweisen mit „Hope Is Here“ ihre Ausnahmestellung in Bereich der düsteren Rockmusik. Ähnlich wie bei The Mission ist es schwer an der Band vorbeizukommen. Zu gut sind die kompositorischen Qualitäten und zu gut die einzelnen Musiker. Das Konzept kann man im Album nachvollziehen, die Songs funktionieren größtenteils aber auch einzeln. Das ist kein Gothic-Geschrammel oder billiges, plakatives Düstergejaule....nein, das ist einfach fantastische Rockmusik mit dukler Färbung. Ein Album zum Genießen !!


Bewertung:

Kommentare: