HELHEIM - raunijaR

Helheim sind Veteranen des norwegischen Viking Metal. Stilecht aus Bergen kommend, veröffentlichen die Wikinger dieser Tage ihren achten, runenbehafteten Rundling mit Namen „raunijaR“.  Seit 1992 exisitiert die Band bereits und veröffentlicht in schöner Regelmäßigkeit ihre Werke, wobei der letzte Vollzeit-Output auch schon wieder vier Jahre her ist.

Die  Herzstücke des neuen Albums sind Songs, welche bereits vorangegangene Songlinien beenden.

Das Eröffnungsstück „Helheim 9“ beendet die Helheim-Songlinie und Asgards Fall III + Asgards Fall IV logischerweise die Asgards Fall-Songlinie. Die Helmheim-Songs vorher befanden sich quasi auf jedem Album und auch Mini-Alben. Die ersten Teile von Asgards Fall auf einer MCD.

Mutig ist man ja schon, das Album mit „Helheim 9“ zu beginnen. Denn dies ist der eigenwilligste Song da es praktisch eine reine Folk-Nummer darstellt. Mautrommeln und die Fiedel beherrschen das Szenario, einheimischer (für mich unverständlicher) Gesang wechselt mit Flüsterstimme ab. Drums beispielsweise setzen erst nach der Hälfte des vierminütigen Songs ein. Ok, ich denke es geht darum, einen Songzyklus abzuschließen. Insofern ist der Song nachvollziehbar. Aber am Anfang des Albums ? Nun gut.  

Da hätte als Einstieg besser das folgende Titelstück „raunijaR“ gepasst. Flotte Nummer mit blackmetallischem Keifgesang und somit ein erstes Zeichen der Viking-/Black-Wurzeln von Helheim. Überzeugend dargeboten bietet man viel, inklusive tollem Gitarrensolo, kurzem Husten zwischendurch und für meinen Geschmack zu fröhliche Vibes, sprich Humppa Musikqualitäten.  

Die folgenden „Asgards Fall III“ und „Asgards Fall IV“ können mit zusammen knapp 20 Minuten dann aber vollends glänzen. Hier kommt die ganze Epik des Viking Metal von Helheim zum Tragen. Klar wird man immer wieder an Bathory's „Hammerheart“ und „Twilight of the Gods“-Zeiten erinnert, aber wo wird man das im Viking Metal nicht ? Part 3 imponiert mit kaltem Keifgesang und epischen Chören, Part 4 ist in sich etwas düsterer, die Vocals sehr erzählerisch. Starke Drumpassagen und ein geniales Wah-Wah-Gitarrensolo gehören zu den Highlights dieses ausufernden Abschlusses von „Asgards Fall“.  Genialer geht Viking Metal nicht !

Zum Abschluß hält man mit „Odr“ noch einen weiteren Trumpf in der Hand. Harte Drums, der gute Klargesang von Vgandr und elegische Melodien bereiten auf ein Intermezzo von klirrenden Instrumenten mit sagenhaftem Klang, eine flotter Phase mit tribalartigen Drums und einem hervorragenden Gitarrensolo vor. Eine Fiedel-Piano Passage beendet den Reigen letztendlich.  

Helheim sind in ihrer Art Viking Metal zu präsentieren einzigartig. Keinerlei Anbiederungen an Kommerz oder an Party-Sauf-Troll-Musik. Die Musik wirkt zu jederzeit glaubhaft und überzeugend dargeboten. Man fühlt sich in den hohen Norden versetzt und glaubt wirklich der nordischen Vergangenheit beizuwohnen. „raunijaR“ ist natürlich in erster Linie ein Fest für die Fans der Band. Neue Hörer könnten sich ob des Sounds vielleicht zu Anfang etwas überfordert fühlen. Man muß sich schon auf die Musik einlassen um die wahre Pracht von Helheim zu entfalten. Ein wahres Highlight im Viking-/Pagan-Sektor mit blackmetallischen Wurzeln.


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