FROZEN CROSS - Frozen Heaven

Metal aus Fernost ist heute nichts Besonderes mehr. Vor allem in Japan gibt es eine große Metalszene. Aber auch im Reich der Mitte gibt es die ein oder andere Metalband zu entdecken. So zum Beispiel die Gothic/Symphonicmetalband Frozen Cross, die 2008 ihr erstes und bisher einziges Album „Frozen Heaven“ veröffentlicht haben. Stilistisch reiht man sich irgendwo zwischen Epica, Nightwish und Stratovarius ein. Wie, das passt nicht so recht zusammen? Frozen Cross beweisen hier das Gegenteil.

Fast schon speedmetallisch geht es dann mit „Heart of Heroine“ los. Die Doublebass rattert, die Gitarre und das Keyboard treiben den Song nach vorne und über allem thront der Sopran von Sängerin He Jianwei.

Auf „Rebirth“ und „Grief of Frost“ geht es dann härtetechnisch in Richtung Epica, bei letzterem kommen dann auch tiefe Growls von Yan Bing hinzu und bilden einen Kontrast zur hellen Tonlage der Hauptsängerin. Gitarrist Zhou Zhenyu liefert dabei die entsprechenden düsteren harten Riffs.

„Bride in Wind“ erinnert an frühe Nightwish nur mit dem Unterschied, dass He die etwas bessere Sopranstimme hat und auch in den ganz hohen Lagen noch sauber und kraftvoll klingt.

Auf der Reise durch die Klangwelt diverser anderer Bands geht es auf „Song of Chu“ vor allem gesangstechnisch in Richtung Therion während musikalisch ein wenig Stratovarius durchschimmert.

Wer jetzt denkt, dass die Chinesen keine eigenen Ideen haben und nur alles kopieren, mag recht haben, denn auch bei den übrigen Songs (vor allem bei „Siren“, das sich fast schon beängstigend deutlich nach Nightwish anhört) hört man die Einflüsse deutlich heraus, aber für diese Vorgehensweise  sind die Chinesen ja vor allem auch in der Wirtschaft und der Technikentwicklung bekannt, liegt also anscheinend in deren Natur.

Aber auch beim Kopieren wird ein gewisser (hoher) Qualitätsstandard erreicht, denn schließlich sind Chinesen auch dafür bekannt, bestehende Produkte nicht nur zu kopieren, sondern auch weiter zu entwickeln. Und vor allem technisch haben die Jungs und Mädels einiges auf dem Kasten, so dass dem Hörgenuss nichts im Wege steht. Wer allerdings mit Soprangesang nix anfangen kann, sollte hier lieber nicht zugreifen.


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