FIRESPHERE - Requiem


Autor:  Kerbinator

Bewertung:  6 / 10


Tracklist:

  • Requiem
  • Behind These Eyes
  • Silent Darkness
  • In The Silence
  • Tonight
  • I See You
  • Release Me
  • Into My Heart
  • Calling Me
  • Fate (Instrumental)
  • Come With Me
  • Bringing You Here


VÖ: 02.06.2017

Label: darkSIGN Records

Ich hätte auch von selbst darauf kommen können, hätte ich mir vorab die Bandinfo durchgelesen. Denn Firesphere haben ihr neues Album „Requiem“ bei darkSIGN-Records rausgebracht, dem Label der Eli Van Pike-Jungs. Zudem singt bei Firesphere Ken Pike, ebenfalls Stimme bei Eli Van Pike. Daher kam mir der Gesang von Anfang an gleich bekannt vor. Denn die markanten Vocals haben auch hier diese gewisse Ähnlichkeit zu Martin Eden von Chandelier.

Bei Firesphere handelt es sich um eine Konzept-Band. Ja richtig gelesen...ich meine eine Konzept-Band und kein Konzept-Album. Wie in einer Theatergruppe spielt hier jeder seinen Part. So agiert Ken Pike bei Firesphere ausschließlich unter dem Namen Priest. Seine asiatische Gattin, Ryo Utasato-Pike, mimt Rosemary Butterfly (ebenfalls Vocals). Dies sind quasi die Hauptprotagonisten von Firesphere. Die Instrumentalfraktion fungiert unter dem Banner „The Messengers“, wobei hier jeder Musiker ebenfalls eine Rolle im Firesphere-Theater innehat.  

Soweit also die Rahmenbedingungen. Musikalisch ist man etwas anders als Eli Van Pike unterwegs. Und dies nicht zuletzt, da bei Firesphere ausschließlich englisch gesungen wird. Zwar ist man stilistisch durchaus in ähnlichem Fahrwasser mit Industrial, Dark Rock und teils Gothic-Sphären, aber die Songs sind ungleich progressiver und teilweise auch melodischer als bei  Eli Van Pike. Man beschreibt sich selbst mit Industrial rock/Metal/Techno/Cinematic...nun gut, Metal würde ich vielleicht weglassen.  

Zu hören gibt es viel bei Firesphere, 13 Songs insgesamt, davon zwei kleinere 1 ½ minütige Zwischenspiele. Und da sind wir auch schon bei einem Kritikpunkt. Das Album hat dadurch einige Längen. Natürlich möchte man immer so viel Musik bieten, wie möglich, aber etwas komprimierter hätte das Album mehr darstellen können. Denn gerade wenn Rosemary ins Spiel kommt, wird es meist balladesk. Und davon gibt es Einiges. „Bringing You Here“ zum Beispiel, gleichzeitig der Abschlußsong, wird durch den Frauengesang, Piano und Keyboardflächen geprägt. Dabei singt Rosemary gar nicht mal schlecht, aber auch nicht auffallend gut. Typisch Melo-Symphonic Frauengesang eben. Als Kontrast ist da Ken's, sorry, Priest's Stimme viel aussagekräftiger und treibender.  Zwar spendiert man den (Halb)-Balladen immer einen Schuß Dramatik („Into My Heart“) oder man probiert's im Wechselgesang Rosemary/Priest („Tonight“), mit über 8 Minuten übertreibt es die Equipe allerdings bei „Silent Darkness“. Orientalisch und mystisch zwar hätte dieser Track besser mit der Hälte der Spielzeit funktioniert. So wird’s rasch langweilig.

Besser sind die Song mit Priest an den Leads und somit mit mehr Industrial und Rock. Meist lässt man die Nummern etwas zerfahren wirken, damit nicht zuviel Harmonien aufkommen. So hat „Behind These Eyes“ zwar Piano und Symphonic Elemente, doch durch widerborstige Rhythmen und einem Flüsterpart wird dem Melodic-Overflow entgegengewirkt. Oh ja, melodisch ist „Requiem“ zur Genüge. Also Fans von melodischen Klängen sind durchaus an der richtigen Adresse. Aber es gibt halt diesen Schuß Zerfahrenheit. Bestes Beispiel dafür ist „Fate“. Symphonisch, melodische Synths, knackige Taka-Taka-Riffs und abgefahren Sequenzen. Ach ja, „Fate“ ist ein reines Instrumental.  

Leider hat sich mit „Release Me“ ein Song eingeschlichen, der mit Disco-Rhythmen und verzerrtem Gesang verärgert. Hier soll wohl dem Techno-Anteil in der musikalischen Umschreibung Genüge getragen werden. Der Song haut mittendrin im Album das Ganze beinahe in den Abgrund. Zum Glück bleibt dies der einzige wirkliche Aussetzer.

„Requiem“ ist ein recht gutes Album geworden, welches allerdings durch zu viele balladeske Momente Potential verschenkt. Gesang (männlich) und Tasteninstrumente sind überzeugend. Bei den Gitarren hätte es mal mehr Riffings haben können. Trotzdem läuft diese Aufführung gut rein, gegen die Eli Van Pike Veröffentlichung kommt man aber längst nicht an. Ach so, das sagte ich ja schon. Die angesprochene Zielgruppe darf's gerne antesten.  

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