CRUIZZEN - Free Ride


Ihr habt nichts gegen Bands, die wie AC DC klingen ? Ihr habt nichts gegen Bands die wie Guns'N Roses klingen ? - Dann solltet ihr euch mal die Bayern Cruizzen reinzieh'n. Die haben soeben mit „Free Ride“ ihr Zweitwerk veröffentlicht und bedienen genau diese Zielgruppe.

Riff Rock, der genau in diese Kerbe schlägt und auf jedem Motorrad-Treffen eine gute Figur abgibt.  

Der Gesang von Alexander Meyer ähnelt dem von Brian Johnson in Songs wie dem Opener „Soundmaker“ frappierend, klingt aber etwas aufgesetzter als das Original. Die Riffs kommen etwas kerniger, sprich metallischer rüber....Refrains und Songstruktur sind aber stark an AC DC der Phase „For Those About To Rock“ oder „Flick of the Switch“ angelehnt.  

Solche Songs gibt es einige, wie beispielsweise „Free Ride“, bei dem aber der Refrain reichlich dünn rüberkommt.  

Die zweite große Band, die man sich genauestens angeschaut hat, sind, wie erwähnt, Guns'N Roses. Es gelingt Sänger Alexander aber nicht, präzise Axl Rose zu imitieren. Wirkt irgendwie an manchen Stellen zu piepsig. Musikalisch versucht man erst gar nicht, wie Slash zu klingen, sondern haut lieber eine Schippe mehr Power über die Gitarrenarbeit. Gut so.

Aber Cruizzen treffen in ihrer Kreuzfahrt der Rock'n Roll Geschichte auch auf weitere Legenden. So kommt in „Straight Down Dirt“ etwas Krokus hinzu. Auch die 80er US Hair Rock Szene kennt man. „Heaven Can Wait“ beispielsweise könnte auch von einer Band wie Cinderella stammen.

Ebenso ertönt das ein oder andere Breitwand Gitarrenstück, welches den früheren Arena-Bands entlehnt scheint („Touch of Evil“). „Trouble“ fährt einen kompletten Breitwand-Sound auf und glänzt mit verzerrten Robert Plant Vocals. „It's Over“ schwenkt dann wieder zu Guns'N Roses, versprüht aber zudem einen Hauch Alice Cooper Atmosphäre.

Mal noch eben Ozzy's „Bark at the Moon“ im Eröffnungs-Gitarrenthema von „Love is a Sweet Torment“ zitiert, wobei der Song ein reiner Rotz'n Roller ist. Gossen-Feeling pur und schon schmeißt uns Axl Rose, ähhh...Alexander Meyer mit „Time“ aus dem Album.  

Trotz den offensichtlichen Haupteinflüssen AC DC und Guns'n Roses verwursteln Cruizzen viele legendäre Sounds in ihrer Musik, die natürlich für jede Rock-Party und Harley-Treffen bestens geeignet ist. Und wem beim Barbeque die Bratwurst nur mit dem Gesang von Brian Johnson gelingt, der kriegt die auch mit Cruizzen hin.  

Die Band muss sich natürlich den Plagiatsvorwürfen stellen, aber eins macht die Musik auf jeden Fall....Spaß ! Dafür sind auch die Musiker viel zu gut. Und wenn man im Gesang und gitarrenmäßig eigentändiger wird, kann man zukünftig sicher zu Bands wie Gun Barrel oder Motojesus aufschließen.  


Bewertung:

Kommentare: